Wir verwenden Cookies um Ihnen eine funktionierende Website zu bieten. Um nähere Infos zu erhalten, können Sie sich gerne unter Cookies & Datenschutz-Richtlinie informieren. Durch die weitere Nutzung der Website, erklären Sie sich mit der Verwendung der Cookies einverstanden.

Ok, ich bin einverstanden.

AIB Therm GmbH

Die AIB Therm GmbH wurde von den Stadtwerken Bad Aibling im Mai 2001 gegründet.

Aufgabe der AIB Therm GmbH ist die Bohrung Bad Aibling Thermal I zur Erkundung und Erschließung von Thermalwässern und Erdwärme der tertiären Beckenfüllung. Diese Bohrung wird auf dem Flurstück 500 der Gemarkung Bad Aibling niedergebracht. Die Lokation liegt im Süden des Stadtzentrums nahe dem Freizeitzentrum Bad Aibling auf einem alten Industriegelände. Bei nachgewiesener Fündigkeit wird die Bohrung als Thermalwasserproduktionssonde zur Nutzung des Thermalwassers ausgebaut.

Zielhorizont ist eine Plantiefe von 2.200 m und eine Maximaltiefe von 2.400 m in die Untereger(CHATT)Sandsteinserie. Hauptziel der Bohrung sind die zwischen 2.000 und 2.400 m erwarteten Chatsande des Untereger.

Nebenziele sind die Sandsteinserie des Obereger mit dem Nantesbuchsandstein, die zwischen 1.400 und 1.600 m erwartet wird, bzw. die Aquitansandsteine des Obereger zwischen 900 und 1.200 m.

Bericht zur Bohrung Bad Aibling Thermal I

Bohrer AIBTHERM


Bohrmeissl AIBTHERM

Bohrmeißel

Bohrturm AIBTHERM

Bohrturm

Die Tiefbohrung Bad Aibling Thermal I wurde im Jahr 2002 auf eine Endteufe von 2.299,7 m niedergebracht. Als wasserführender Horizont wurden die Chattsandsteine erschlossen.

Die Zuflussbedingungen wurden mit den Entnahmeversuchen Ende 2002 getestet. Dabei wurde mit einer Tauchkreiselpumpe eine Förderrate von 0,8 - 1,0 l / Sek. bei einer nicht nichtstationären Absenkung von ca. 330 m unter den bei ca. 75 m liegenden Ruhewasserspiegel gefahren.

Nachfolgend wurden Maßnahmen geprüft, um die Zuflussbedingungen in den Sandsteinhorizonten zu verbessern. Als am besten geeignet, wurde die Stimulation mit Frac bewertet.

Bei der Stimulation mit Frac werden über ein Gestänge Behandlungsflüssigkeit (Frac -Gel) und Stützmittel (keramischer Frac-Sand) unter hohem Druck in den Untergrund eingepresst. Durch die Frac-Behandlung werden Risse in den Gesteinen erzeugt und mit Frac-Sand gefüllt. Dadurch werden die neu erschlossenen Wasserwegigkeiten offen gehalten.

Von der AIB Therm GmbH als Bauherr und Auftraggeber wurde die Frac-Behandlung im April 2003 durchgeführt. Ausführende Firmen waren die E + M Bohr GmbH, als Auftragnehmer und Schlumberger Oil-Field-Service, als spezialisiertes Serviceunternehmen. Die Planung, Angebotseinholung, Organisation und Überwachung lag bei Geoteam Ges.m.b.H., als Projektleiter.

Zum Einsatz für die Frac-Behandlung wurde auf Grund der tiefen Lage der für den Frac vorgesehenen Horizonte die Bohranlage Mogul aufgebaut. Mit dem Mogul wurde bereits der 2. Abschnitt der Tiefbohrung hergestellt.

Die Stimulation erfolgte an zwei Horizonten im Bereich der Perforationen. Diese wurden anhand der Ergebnisse der geophysikalischen Bohrlochmessungen ausgewählt.

Die Eigenschaften der Gesteine beider Horizonte wurden am Beginn der Arbeiten mit einem Data-Frac getestet. Die hierbei gewonnenen Daten bildeten die Grundlage für den Haupt-Frac.

Folgende Mengen wurden im Rahmen der Frac-Behandlung in den Untergrund eingebracht:

  • Data-Frac, ca. 29 m³ Behandlungsflüssigkeit,
  • Haupt-Frac I, ca. 7,2 t Frac-Sand, ca. 45,2 m² Behandlungsflüssigkeit,
  • Haupt-Frac II, ca. 9 t Frac-Sand, ca. 59,7 m³ Behandlungsflüssigkeit.
  • Insgesamt wurden ca. 16 t Frac-Sand in die im Untergrund entstandenen Klüfte eingepresst.

Die Druckverhältnisse und Volumenströme wurden vom Service-Unternehmen digital aufgezeichnet und bilden die Grundlage für die Simulation der räumlichen Ausbreitung der entstandenen Klüfte mit einem empirisch abgesicherten Modell.

Vertikale Ausdehnung:

  • Frac-Horizont I ca. 2.235 m bis 2.267 m = 32 m
  • Frac-Horizont II ca. 2.185 m bis 2.218 m = 33 m

Horizontale Ausdehnung (Radius):

  • Frac I Länge ca. 12,2 m
  • Frac II Länge ca. 6,3 m

Die Weite der entstandenen Einzelklüfte beträgt laut Modell 4, 3 bis 6 mm.

Das während der Stimulation beobachtete Druckverhalten weist auf eine erfolgreiche Frac-Behandlung hin.

Der im Anschluss an die Stimulation mit Frac über die Dauer von 48 Stunden durchgeführte Mammutpumpversuch bestätigte das positive Ergebnis der Stimulationsmaßnahmen. Bei einer durchschnittlichen Fördermenge von 1 l / Sek. wurde bei einer Absenkung von ca. 163 m unter Ruhewasserspiegel ein quasi Stationärzustand erreicht. Bei den Vorversuchen 2002 musste für eine Fördermenge von 0,8 bis 1,0 l / Sek. eine Absenkung von 330 m gefahren werden.

Bei endgültiger Komplettierung sind daher Mengen von 2 bis 3 Sekundenlitern möglich. Die Temperatur am Kopf wird ca. 45 ° betragen.

Nach der erfolgreichen Behandlung kann nunmehr der endgültige Ausbau der Bohrung, wie geplant mit glasfaserverstärkten Kunststoffrohren erfolgen. Diese dienen zur Temperaturhaltung des Thermalwassers, das künftig schneller und damit mit geringeren Temperaturverlusten an die Oberfläche gelangt. Die Kunststoffrohre stellen einen Schutz der zementierten Schwarzstahlrohre der Bohrung vor dem korrosievem Wasser dar. Die Tauchkreiselpumpe wird bei ca. 800 m eingebaut.